Auf einem Arbeitsmarkt, der unvorhersehbarer denn je erscheint – geprägt von Entlassungen in der Tech-Branche, Einstellungsstopps bei der öffentlichen Hand und weltweiten Preisschwankungen – lohnt es sich, vorbereitet zu sein. Egal, ob du aktiv auf Jobsuche bist oder einfach nur vorausschauend planst: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, dich ernsthaft mit deiner persönlichen Marke auseinanderzusetzen und in eine Lebenslauf-Website zu investieren.
Das bedeutet, über das hinauszugehen, was in deinem Lebenslauf steht.
Während dein Lebenslauf einen Einblick in das gibt, was du im Laufe der Jahre erreicht hast, liefert eine Website den Beweis dafür. Sie zeichnet ein umfassenderes Bild davon, wer du bist und was du zu bieten hast.
Schauen wir uns gemeinsam an, wie du eine Lebenslauf-Website erstellst, die funktioniert.
Schritt 1: Lege deine Karriereziele und deine persönliche Marke fest
Bevor du irgendetwas erstellst, halte kurz inne. Frag dich: Was soll mir diese Website helfen zu erreichen?
- In meiner aktuellen Karriere aufsteigen?
- In ein neues Fachgebiet wechseln?
- Mehr Freiberufler-Kunden gewinnen?
- Vielleicht ein bisschen von allem?
Die Antworten auf diese Fragen zur Karriereplanung sind wichtig und werden deine gesamte Website prägen – vom Ton deiner Texte bis hin zu den Arbeiten, die du hervorhebst.
Deine Website sollte letztendlich deine persönlichen Ziele unterstützen und nicht nur das wiedergeben, was in deinem Lebenslauf steht. Sie ist ein Ort, an dem du zeigen kannst, was du kannst.
Wenn du zum Beispiel versuchst, in eine neue Branche zu wechseln, dein Lebenslauf aber nur wenig einschlägige Erfahrung enthält, kann deine Website helfen, diese Lücke zu schließen. Sie zeigt, was du wirklich kannst, indem sie Projekte, Fallstudien oder persönliche Arbeiten präsentiert, die beweisen, dass du qualifiziert bist – auch wenn es sich dabei nicht um bezahlte Aufträge handelte.
Wenn du also hauptberuflich Fundraising für eine gemeinnützige Organisation betreibst, aber in die Fotografie einsteigen möchtest, kann eine Website als überzeugendes visuelles Portfolio dienen. Sie kann Aufnahmen präsentieren, die du für Veranstaltungen, Freunde, persönliche Projekte oder sogar einen Fotokurs gemacht hast.
Schritt 2: Entscheide dich für die wichtigsten Seiten
Es gibt keine feste Regel dafür, welche Seiten du auf deiner Website einbinden solltest. Deine Ziele sollten die Struktur deiner Website bestimmen. Zum Beispiel...
Wenn du auf Jobsuche bist
Wenn du auf der Suche nach einem neuen Job bist (und deinen Chef nicht darauf aufmerksam machen willst), empfehlen wir dir, dich an eine einfache, übersichtliche Website zu halten, die deine Erfahrung hervorhebt und es anderen leicht macht, mit dir in Kontakt zu treten.
Du solltest wahrscheinlich Seiten wie diese einbinden:
- Startseite. Gib einen kurzen Überblick darüber, wer du bist. Betrachte es als deinen Elevator Pitch im Webformat; halte den Text klar, fokussiert und überzeugend.
- Über mich. Füge deine Biografie, ein Porträtfoto und einen Link zu deinem Lebenslauf hinzu. Personalverantwortliche wollen wissen, wer du jenseits deiner Stichpunkte bist. Nutze diesen Bereich, um deine Geschichte, deine Werte und ein paar Worte zu deiner Person zu teilen.
- Portfolio. Hier kannst du relevante Arbeiten präsentieren und zusätzlich einen Einblick in deinen Denkprozess und die Arbeit hinter einem Projekt geben.
- Lebenslauf. Binde deinen Lebenslauf oder ein PDF zum Herunterladen ein, damit Personalverantwortliche ihn leicht einsehen können.
- Empfehlungen. Genau wie auf LinkedIn, wo Kollegen und Kunden Empfehlungen hinterlassen können – können Empfehlungen auf deiner Website dabei helfen, schnell Glaubwürdigkeit aufzubauen.
- Kontakt. Gib deine E-Mail-Adresse an oder, noch besser, ein Kontaktformular (das sich hervorragend zur Reduzierung von Spam eignet).
Wenn du dich beruflich neu orientierst
Denk daran, dass eine persönliche Website ein Ort ist, an dem du die Geschichte selbst bestimmst. In diesem Sinne verbinden die besten Portfolio-Websites die Punkte zwischen dem, wo du bisher warst, und dem, wohin du gehen möchtest.
Sie können daher folgende Seiten enthalten:
- Startseite. Gib den Ton an. Stelle kurz vor, wer du bist, wohin du willst und welche Art von Arbeit du suchst (z. B. „Angehender UX-Designer mit Hintergrund im Lehramt“).
- Über mich. Erzähle deine Geschichte so, dass sie deine Vergangenheit mit deiner Zukunft verbindet. Hier kannst du zeigen, wie dein Hintergrund dich zu einem starken Kandidaten macht, auch wenn er nicht geradlinig verläuft.
- Projekte. Beweise deine Fähigkeiten durch relevante Arbeiten, auch wenn diese unbezahlt oder aus eigener Initiative entstanden sind. Füge persönliche Projekte, freiberufliche Arbeiten, Studienarbeiten oder ehrenamtliche Projekte hinzu. Hebe den Prozess und die Ergebnisse hervor.
- Blog. Teile mehr über deinen Weg in dieses neue Fachgebiet. Ein Blog ermöglicht es dir, das zu teilen, was du bereits gelernt oder ausprobiert hast – und hilft Personalverantwortlichen, dich als aufstrebenden Vordenker zu sehen.
- Kontakt. Halte die Tür für alle Möglichkeiten offen, indem du eine E-Mail-Adresse oder ein Kontaktformular direkt auf deiner Website einbaust.
Wenn du freiberuflich tätig bist
Wenn du einen neuen Nebenjob suchst und deine Fähigkeiten in einem bestimmten Bereich ausbauen möchtest, kann deine Website als ständige Quelle für neue Kontakte dienen. In diesem Zusammenhang sind folgende Seiten hilfreich:
- Startseite. Stelle kurz vor, wer du bist, was du tust und wem du hilfst. Es sollte kaum Unklarheiten darüber geben, welche Art von Aufträgen du annehmen möchtest.
- Dienstleistungen. Definiere klar, was du anbietest und was nicht. Führe wichtige Details auf – wie Preisklassen, bevorzugte Projekte und Bearbeitungszeiten –, die dabei helfen können, potenzielle Kunden vorab zu qualifizieren.
- Bisherige Arbeiten. Füge nur Projekte hinzu, die zu der Art von Arbeit passen, die du anziehen möchtest. Wenn du neu in der Freiberuflichkeit bist, zeige persönliche Projekte oder frühere Arbeiten aus deiner Vollzeitstelle (sofern erlaubt).
- Über mich. Gib deinen Kunden einen Eindruck davon, wer du als Person bist. Du kannst dabei helfen, Erwartungen zu setzen, indem du erwähnst, dass du Vollzeit arbeitest, und erklärst, warum du dich für die Freiberuflichkeit entschieden hast.
- Kontakt. Stelle wichtige Fragen gleich zu Beginn über ein individuelles Kontaktformular. Du kannst potenzielle Kunden beispielsweise bitten, Details zu dem Projekt, bei dem sie Hilfe benötigen, zum idealen Zeitrahmen, zum Budget und/oder dazu anzugeben, wie sie von dir erfahren haben.
- FAQ. Beantworte häufig gestellte Fragen (z. B. zu deinen Tarifen, Zeitplänen und deiner Arbeitsweise) gleich zu Beginn, um Projekte herauszufiltern, die nicht zu dir passen.

Schritt 3: Los geht’s
Nachdem du nun den Aufbau deiner Website geplant hast, ist es Zeit, mit der Erstellung zu beginnen. An dieser Stelle hast du viele Möglichkeiten: Beauftrage einen Webdesigner, nutze einen Website-Baukasten oder entwickle etwas von Grund auf neu.
Wenn du eine schnelle und kostengünstige Lösung suchst, ist ein Website-Baukasten die beste Wahl. Die meisten Website-Baukästen bieten Vorlagen, die bereits für deine Branche konzipiert sind und die Seiten enthalten, die du brauchst, um dich von deiner besten Seite zu präsentieren.
Andere bieten fortgeschrittenere Tools zur individuellen Anpassung deiner Website. Der KI-Website-Baukasten von Wix kann beispielsweise von Anfang an eine maßgeschneiderte Website für dich entwerfen. Er stellt dir ein paar Fragen zu deinem Unternehmen und deinen Zielen, bevor er eine Website mit individuellen Texten und Bildern erstellt. Der Baukasten enthält außerdem einen KI-Portfolio-Generator, der schnell mehrere Bilder, Titel und Beschreibungen für dein Portfolio zusammenstellen kann.
Du kannst auch KI-Website-Baukästen oder KI-Website-Generatoren wie Design.com ausprobieren, um schnell professionell aussehende Websites zu erstellen, ohne Programmier- oder Designkenntnisse zu benötigen. Diese Tools können Unternehmern, Freiberuflern und Arbeitssuchenden helfen, in nur wenigen Minuten einen professionellen Online-Auftritt aufzubauen.
Achte bei der Auswahl des für dich besten Website-Baukastens darauf, dass du einen findest, der sowohl intuitiv als auch flexibel ist.
Schritt 4: Mach es zu deinem
Das Wichtigste, was du beim Erstellen deiner Website beachten solltest, ist, dass sie widerspiegelt, wer du beruflich bist. Schließlich spricht das Design deiner Website bereits für deine Fähigkeiten, noch bevor jemand auch nur ein einziges Wort liest.
Aus diesem Grund solltest du diese Design-Tipps beachten:
- Denk an das Branding. Genau wie beim Aufbau einer Marke für ein professionelles Unternehmen solltest du eine Farbpalette wählen, die zu dir passt, und dabei bleiben. Beschränke dich auf ein oder zwei markante Schriftarten auf deiner Seite. Und ja, erstelle ruhig ein Logo, wenn du möchtest.
- Hebe wichtige Punkte hervor. „Hervorhebung ist wie das Markieren einer Textzeile“, sagt Yiftach Koronio, Leiter des Bereichs Social Media und Chefdesigner bei Wix. „Man versucht, die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das zu lenken, was er sehen soll.“ Nutze visuelle Hierarchien, kontrastreiche Farben und andere Hinweise, um Besucher auf die wichtigsten Informationen zu lenken.
- Präsentiere deine besten Arbeiten zuerst. Stelle deine stärksten Projekte oder Erfolge in den Vordergrund. Setze auf Qualität statt Quantität, denn weniger, dafür aber hochwertige Beispiele hinterlassen einen größeren Eindruck.
- Zeige, was dich auszeichnet. Erzähle mit deinen Texten und Bildern eine Geschichte. Erwähne, was dich zu deinem Karrierewechsel inspiriert hat (falls zutreffend) oder was dich weiterhin antreibt. Hebe dein „Warum“ hervor.
- Optimiere für Mobilgeräte. Vernachlässige das mobile Erlebnis nicht. Stelle sicher, dass alles auf einem kleineren Bildschirm so aussieht und funktioniert, wie es soll.
Zusätzlich zu diesen Tipps können diese kreativen Funktionen deiner Website das gewisse Etwas verleihen:
- Ein Video-Intro. Nimm ein kurzes Begrüßungsvideo auf, in dem du dich vorstellst. Wenn du in einem kreativen Bereich arbeitest, teile Clips von dir bei der Arbeit. Wenn du zum Beispiel Töpfer bist, lade ein Video hoch, in dem du am Töpferscheibentisch arbeitest. Wenn du Videocutter bist, teile dein Sizzle Reel. Wenn du Musiker bist, lade ein Video hoch, in dem du auf der Bühne rockst.
- Karriere-Zeitleiste. Führe Besucher auf visuelle Weise durch deinen beruflichen Werdegang. Zeige mit ansprechenden Grafiken, wie du dorthin gekommen bist, wo du heute stehst.
- Soziale Beweise. Potenzielle Kunden und Arbeitgeber vertrauen eher dem Feedback früherer Kunden und Arbeitgeber als deinen eigenen Aussagen. Du weißt nicht, wo du anfangen sollst? Füge Empfehlungen, die du auf LinkedIn erhalten hast, auf deiner Website ein.
- Persönliche Statistiken. Zeig die Zahlen. Erwähne, wie vielen Kunden du geholfen hast, welche Auszeichnungen du erhalten hast oder wie lange du schon in einer bestimmten Branche tätig bist (als Anregungen).
- Animationen oder Illustrationen. Diese kreativen Elemente können abstrakte Konzepte veranschaulichen, trockene Themen beleben und deiner professionellen Website jede Menge Persönlichkeit verleihen.
Denk daran, dass jedes Element deiner Website deine Karriereziele unterstützen sollte. Füge keine Spezialeffekte oder einen verrückten Cursor hinzu, nur um zu beeindrucken. Diese Elemente könnten am Ende von dem ablenken, was am wichtigsten ist: zu zeigen, dass du die richtige Person für den Job bist.

Schritt 5: Verlinke deine Website mit deinem Lebenslauf
Du hast hart daran gearbeitet, eine Website zu erstellen, die deine Fähigkeiten und deine Arbeit in den Vordergrund rückt. Jetzt musst du dafür sorgen, dass man sie nicht übersehen kann. Stelle sicher, dass deine Website leicht zu finden ist, indem du:
- die URL in deinen Lebenslauf einfügst
- einen QR-Code auf gedruckte Lebensläufe oder Visitenkarten aufdruckst
- Deine Website in deinem Anschreiben und deinen Folge-E-Mails erwähnst
- einen Link in den „Highlights“-Bereich auf LinkedIn einfügst
Schritt 6: Bewirb deine Website wie ein Profi
Genau wie jede andere Website verkauft sich auch dein Portfolio nicht von selbst. Mach deine Website proaktiv bekannt, indem du auf Suchmaschinenoptimierung (SEO), Social-Media-Marketing und bezahlte Werbung setzt.
SEO
Verwende Suchbegriffe, nach denen Leute in deiner Branche suchen könnten, um jemanden wie dich zu finden. Denk an Phrasen wie:
- „Social-Media-Manager in Austin“
- „Portfolio eines Junior-UX-Designers“
- „Freiberuflicher Texter für Wellness-Marken“
Binde deine Ziel-Keywords so natürlich wie möglich in deine gesamte Website ein. Es ist besonders wichtig, Keywords in deine Überschriften und Bild-Alt-Texte einzubauen, um die SEO und Barrierefreiheit zu verbessern.
Soziale Medien
Poste über deine Website auf LinkedIn, X, Instagram oder branchenspezifischen Plattformen wie diesen:
- Für Entwickler: GitHub
- Für Designer: Behance oder Dribbble
- Für Autoren: Medium oder Substack
Verlinke zumindest deine professionelle Website in deiner Biografie, deinem Profil oder dem „Über mich“-Bereich auf diesen Plattformen.
Bezahlte Werbung
Wenn du als Freiberufler eine Portfolio-Website startest und über ein Marketingbudget verfügst, versuche es mit Anzeigen, um die Aufmerksamkeit von Kunden zu gewinnen. Beginne damit, einen kleinen Teil deines Budgets für Anzeigen auf Meta, LinkedIn oder Google Ads zu verwenden, und investiere mehr in die Kanäle, die dir den besten Ertrag bringen.
Abschließende Gedanken zur Erstellung einer Lebenslauf-Website
Ein guter Lebenslauf öffnet Türen. Eine professionelle Website reißt sie weit auf.
Auf einem umkämpften Arbeitsmarkt brauchst du jeden Vorteil. Und mit Tools, die das Erstellen einer Website so einfach machen, gibt es keine Ausrede, keine zu haben.
Mach den ersten Schritt, um deinen Traumjob zu ergattern, indem du deine professionelle Website erstellst.