Heutzutage ist ein Anschreiben bei der Bewerbung um die meisten Stellen ein absolutes Muss. Dennoch verstehen viele Menschen weder seinen Zweck noch wissen sie, wie man ein Anschreiben wirkungsvoll verfasst. Und ob es dir gefällt oder nicht (wahrscheinlich hasst du es), ein gutes Anschreiben kann der Schlüssel zum Wunschjob sein – es hilft dir, dich von anderen Bewerbern abzuheben und einen überzeugenden ersten Eindruck zu hinterlassen.
In unserem Expertenratgeber erfährst du praktische Tipps zum Aufbau eines Anschreibens und wie du es effektiv versendest, damit deine Bewerbung auffällt. Außerdem findest du inspirierende Beispiele und Vorlagen für Anschreiben, die von unseren Experten erstellt wurden – damit hast du die Werkzeuge und das Selbstvertrauen, ein Anschreiben zu verfassen, das Ergebnisse bringt.
Lies weiter und du erfährst außerdem:
- Warum du ein Anschreiben brauchst
- Welche Arten von Anschreiben gibt es?
- Was der Unterschied zwischen einem Anschreiben und einem Motivationsschreiben ist
- Wie du Storytelling in deinem Anschreiben einsetzt
- Wie du ein Anschreiben richtig formatieren
- Wie du ein Anschreiben verfasst, wenn du noch keine Berufserfahrung hast
- Wie man ein Anschreiben per E-Mail verschickt
Was ist ein Anschreiben?
Ein Anschreiben ist im Grunde deine persönliche Vorstellung bei einem potenziellen Arbeitgeber. Es ist eine Chance, über deinen Lebenslauf hinauszugehen und deinen Hintergrund zu zeigen.
In einem Anschreiben kannst du hervorheben, warum du perfekt für die Stelle geeignet bist, und deine Persönlichkeit präsentieren. Das ist etwas, was ein strukturierter Lebenslauf allein nicht leisten kann.
Außerdem geben laut Resume Now 45 % der Personalverantwortlichen an, dass das Fehlen eines Anschreibens dazu führen kann, dass deine Bewerbung im Ablehnungsstapel landet.
Wenn du also zögerst, ein Anschreiben für eine bestimmte Stelle zu verfassen, denk daran, was dir dadurch entgehen könnte – die Chance, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.
Warum brauchst du ein Anschreiben?
- Hebe dich ab: Auf einem umkämpften Arbeitsmarkt reicht ein Lebenslauf allein nicht immer aus. Ein gutes Anschreiben kann der Schlüssel sein, um aufzufallen.
- Lücken schließen: Dir fehlt es an Erfahrung? Nutze dein Anschreiben, um Begeisterung zu zeigen und deine positiven Eigenschaften hervorzuheben.
- Gängige Praxis: Ein Anschreiben ist mittlerweile fester Bestandteil von Bewerbungen. Tatsächlich führt ein fehlendes Anschreiben in 45 % der Fälle dazu, dass man nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird.
überzeugendes Anschreiben gibt Jobsuchenden die Chance, Soft Skills, Motivation und kulturelle Passung zu präsentieren – Eigenschaften, die bei der endgültigen Einstellungsentscheidung oft den Ausschlag geben. Auch wenn es sich optional anfühlt, kann ein gut formuliertes Anschreiben dir helfen, dich auf einem umkämpften Arbeitsmarkt abzuheben.“
Die verschiedenen Arten von Anschreiben
Wenn es um Bewerbungen geht, gibt es keine Einheitslösung. Das gilt auch für Anschreiben. Wenn du die verschiedenen Arten von Anschreiben kennst, kannst du deine Karriereziele perfekt erreichen.
- Bewerbungsanschreiben: Das ist die gängigste Art. Es wird verwendet, wenn du dich auf eine bestimmte Stellenausschreibung bewirbst. Hier konzentrierst du dich darauf, detailliert darzulegen, wie deine Fähigkeiten und Erfahrungen zu den Anforderungen der Stelle passen.
- Empfehlungsanschreiben: Wenn dich jemand für eine Stelle empfohlen hat, hilft dir dieses Anschreiben, diesen Zusammenhang deutlich zu machen. Die Erwähnung eines gemeinsamen Kontakts weckt nicht nur Aufmerksamkeit, sondern schafft auch Glaubwürdigkeit!
- Anschreiben zum Networking: Auch wenn eine Stelle nicht ausgeschrieben ist, kann es ein guter Schachzug sein, über dein Netzwerk Kontakt aufzunehmen. Diese Art von Anschreiben lässt deine Kontakte wissen, dass du auf Jobsuche bist und offen für neue Möglichkeiten bist. Auch wenn es in der Regel richtig ist, dein Netzwerk zu nutzen, um einen Job zu finden, musst du beim Versenden eines Networking-Anschreibens besonders vorsichtig sein. Es muss höflich und taktvoll formuliert sein.
- Initiativanschreiben: Auch als Interessenbekundung bekannt, dient dieses Anschreiben dazu, dich nach möglichen offenen Stellen in einem Unternehmen zu erkundigen, auch wenn keine ausgeschrieben sind. Hebe deine Fähigkeiten hervor und bekunde dein Interesse an zukünftigen Möglichkeiten.
- Anschreiben für einen Berufswechsel: Wechselst du die Branche? Dieses Anschreiben konzentriert sich auf deine übertragbaren Fähigkeiten und Erfahrungen, die dich für eine andere Branche prädestinieren.
Alles in allem verleiht es deiner Bewerbung das gewisse Etwas, wenn du dein Anschreiben an die jeweilige Situation anpasst. Denk also daran, jedes Anschreiben sorgfältig individuell zu gestalten – und sieh zu, wie deine Chancen auf ein Vorstellungsgespräch in die Höhe schnellen!

Wenn du lernen möchtest, wie man einen guten Lebenslauf schreibt, schau dir unseren ultimativen Lebenslauf-Leitfaden an. Du kannst sogar dein LinkedIn-Profil in einen professionellen Lebenslauf verwandeln.
Was ist der Unterschied zwischen einem Anschreiben und einem Motivationsschreiben?
Du hast wahrscheinlich schon mal von einem Motivationsschreiben gehört. Wenn du es mit einem Anschreiben verwechselt hast, bist du nicht allein! Nun, es sind nicht dasselbe und unterscheiden sich ziemlich stark in Zweck und Schwerpunkt.
Ein Motivationsschreiben ist dein Mittel der Wahl für Studiengänge, Praktika an der Uni oder ehrenamtliche Tätigkeiten. Hier geht es darum, deine Begeisterung zu zeigen und darzulegen, was dich einzigartig macht. Ein Motivationsschreiben konzentriert sich auf:
- Zweck: Erläutert, warum du diese Chance unbedingt nutzen möchtest.
- Persönliche Geschichte: Hebt deinen Hintergrund und deine besonderen Eigenschaften hervor.
- Allgemeiner Ansatz: Konzentriert sich auf deine allgemeine Begeisterung und wie gut du zu einer Organisation oder einem Programm passt.
Ein Anschreiben hingegen ist für konkrete Stellenbewerbungen gedacht und betont:
- Beruflicher Fokus: Stellt einen direkten Bezug zwischen deinen Fähigkeiten und Erfahrungen und den Anforderungen der Stelle her.
- Relevanz: Konzentriert sich auf konkrete Erfolge und Qualifikationen, die für die Stelle relevant sind.
- Prägnanz: Ist in der Regel knapper gehalten und soll schnell zeigen, dass du für eine bestimmte Stelle geeignet bist.
Zwar können beide deine Persönlichkeit widerspiegeln, doch ein Motivationsschreiben spiegelt deine allgemeinen Ambitionen wider, während sich ein Anschreiben darauf konzentriert, wie deine Fähigkeiten zu einer bestimmten Stelle passen. Denk daran: Wenn du den Unterschied verstehst, kann das deiner Bewerbung einen Vorteil verschaffen – wähle also mit Bedacht!
So schreibst du 2026 ein Anschreiben
Es sieht ganz so aus, als wäre das Verfassen eines Anschreibens die am wenigsten beliebte Aufgabe unter Arbeitssuchenden (gelinde gesagt). Ein gutes Anschreiben zu verfassen ist jedoch gar nicht so schlimm, wie es zunächst scheinen mag.
Mit ein paar wichtigen Tipps kannst du deine Chancen auf ein Vorstellungsgespräch erheblich steigern, glaub uns. Es kommt nur darauf an, zu wissen, was du einbeziehen und wie du es formatieren solltest.
Im Laufe der Zeit hat sich die Struktur von Anschreiben hin zu prägnanteren, auf den Punkt gebrachten Inhalten verschoben. Um genau zu verstehen, wie du das erreichst, schauen wir uns das „Was“ und das „Wie“ genauer an.
Was du in dein Anschreiben aufnehmen solltest und wie du es strukturierst
Um ein wirkungsvolles Anschreiben zu verfassen, musst du in jedem Abschnitt den richtigen Ton treffen. Schauen wir uns die wesentlichen Teile einmal genauer an:
1. Kopfzeile
Stell zunächst sicher, dass der Arbeitgeber dich leicht erreichen kann. Die Kopfzeile deines Anschreibens sollte Folgendes enthalten:
- Deinen vollständigen Namen
- Deine Adresse
- Deine berufliche E-Mail-Adresse
- Deine Telefonnummer
- Das Datum der Erstellung
Füge außerdem die Angaben zum Arbeitgeber hinzu, um das Anschreiben zu personalisieren:
- Name des Personalverantwortlichen oder Einstellungsleiters sowie dessen Titel (falls zutreffend)
- Name des Unternehmens
- Firmenadresse
Wenn du diese Angaben recherchierst und den Brief entsprechend personalisierst, vermittelst du nicht nur einen professionellen Eindruck, sondern zeigst auch, dass du aufmerksam und gut vorbereitet bist – Eigenschaften, die Arbeitgeber auf jeden Fall schätzen.
Beispiel für eine Kopfzeile im Anschreiben
An: Jane Lane, Personalverantwortliche
2. Anrede
Gestalte deine Anrede nach Möglichkeit persönlich. Wenn du den Personalverantwortlichen mit Namen ansprichst, kannst du einen positiven ersten Eindruck hinterlassen.
- Sprich den Personalverantwortlichen nach Möglichkeit mit seinem Namen an, zum Beispiel mit „Lieber [Name]“.
- Wenn du den Namen nicht kennst, verwende eine freundliche, aber formelle Anrede wie „Sehr geehrter Personalverantwortlicher,“.
Beispiele für Anreden im Anschreiben
- Liebe Frau Jane Lane,
- Sehr geehrte Personalverantwortliche Jane Lane,
3. Einleitung
Starte mit einer starken Einleitung. Gib gleich zu Beginn deines Anschreibens klar an, auf welche Stelle du dich bewirbst, und hebe kurz hervor, warum du der ideale Kandidat bist.
- Erwähne die Stelle, auf die du dich bewirbst.
- Erwähne einen gemeinsamen Bekannten (falls zutreffend).
- Wecke das Interesse, indem du erklärst, warum dich die Stelle begeistert.
- Stelle kurz deine relevantesten Qualifikationen oder Erfahrungen vor.
Beispiel für den Einstieg in ein Anschreiben
4. Hauptteil
Jetzt ist deine Chance, zu glänzen. Konzentriere dich beim Verfassen des Hauptteils deines Anschreibens darauf, deine einzigartigen Fähigkeiten und Erfolge klar hervorzuheben.
Beschreibe, wie deine bisherigen Erfahrungen dich geprägt haben und warum du genau der richtige Kandidat für die Stelle bist. Hier solltest du drei Absätze nicht überschreiten. Wiederhole dich nicht und sei nicht zu ausführlich – zeige stattdessen deine Qualitäten auf.
- Betone einzigartige Fähigkeiten: Erkläre in klarer Sprache, wie deine Fähigkeiten zu konkreten Ergebnissen geführt haben. Verwende zur besseren Übersichtlichkeit Aufzählungspunkte und beginne dabei mit spezifischen Fähigkeiten.
- Hebe Erfolge hervor: Nenne konkrete Beispiele für deine Erfolge, die mit deinen Fähigkeiten zusammenhängen, um zu zeigen, wie du einen Mehrwert für die Stelle schaffen kannst.
Beispiel für den Hauptteil eines Anschreibens
- Strategische Kommunikation: Ich habe einen umfassenden Kommunikationsplan entwickelt, der das Engagement der Zielgruppe innerhalb von sechs Monaten um 30 % gesteigert hat – ein Beweis für meine Fähigkeit, effektiv mit Zielgruppen in Kontakt zu treten.
- Kompetenz im Bereich digitale Medien: Ich habe eine erfolgreiche digitale Kampagne geleitet, die die Online-Interaktionen um 40 % gesteigert hat, indem ich Social-Media-Plattformen nutzte, um die Markenbekanntheit zu erhöhen und das Engagement zu fördern.
- Krisenmanagement: Ich habe eine Kommunikationskrise bewältigt, indem ich schnell Kernbotschaften entworfen und verbreitet habe, was zu einer 50-prozentigen Verbesserung der öffentlichen Stimmung führte.
5. Fazit
Beende dein Anschreiben mit Begeisterung. Unterstreiche dein Interesse an der Stelle und zeige, wie gerne du darüber sprechen möchtest, wie du dich einbringen kannst. Vergiss niemals, dem Personalverantwortlichen für seine Zeit zu danken und deine große Hoffnung auszudrücken, bald von ihm zu hören.
- Betone noch einmal deine Begeisterung für die Stelle und das Unternehmen.
- Drücke deine Bereitschaft aus, darüber zu sprechen, wie du dich einbringen kannst.
- Biete einen Aufruf zum Handeln an, zum Beispiel die Bitte um ein Vorstellungsgespräch oder ein weiteres Treffen.
Beispiel für einen Abschluss im Anschreiben
Ich freue mich darauf, meine Fachkenntnisse in strategischer Kommunikation und digitalen Medien in dein Team einzubringen und so zu deinen innovativen Projekten beizutragen. Vielen Dank, dass du meine Bewerbung in Betracht ziehst. Ich freue mich darauf, persönlich mit dir zu besprechen, wie ich dein Team bereichern kann. Bitte melde dich jederzeit bei mir, um einen Termin für ein Vorstellungsgespräch zu vereinbaren.
6. Schlussformel
Verwende eine höfliche Schlussformel und füge deinen Namen und deine Unterschrift hinzu, wenn du eine gedruckte Kopie verschickst.
- Verwende eine professionelle Schlussformel wie „Mit freundlichen Grüßen“ oder „Beste Grüße“.
- Gib deinen Namen an. Wenn du das Anschreiben ausdruckst, lass Platz für eine Unterschrift.
Beispiel für den Abschluss eines Anschreibens
wollen Wirkung sehen – daher sollte dein Anschreiben messbare Erfolge und konkrete Ergebnisse hervorheben, nicht nur allgemeine Aufgaben. Verwende nach Möglichkeit Zahlen, Ergebnisse oder kurze Anekdoten, um schnell zu zeigen, wie du einem neuen Team einen Mehrwert bieten kannst.“
Profi-Tipp: Den richtigen Ton für dein Anschreiben finden
Bleib professionell, aber lass ein bisschen von deiner Persönlichkeit durchscheinen. Wenn das Unternehmen zum Beispiel dafür bekannt ist, innovativ und dynamisch zu sein, könntest du in deinem Anschreiben schreiben: „Ich freue mich auf die Gelegenheit, frische Ideen und Begeisterung in euer dynamisches Team einzubringen.“ Passe deine Sprache an den Stil des Unternehmens an, um eine Verbindung herzustellen.

Storytelling in deinem Anschreiben nutzen
Möchtest du Fakten lieber in eine anschauliche Geschichte verwandeln, die den Personalverantwortlichen emotional anspricht? Dann ist Storytelling genau das Richtige für dich. Im beruflichen Kontext bedeutet das im Grunde, deine Erfahrungen oder Erfolge als Geschichte zu erzählen.
In einem Anschreiben zeigt Storytelling, wie deine bisherigen Erfahrungen dich für die Stelle qualifizieren, indem es deine Fähigkeiten und deine Erfolge hervorhebt. Letztendlich hilft das Arbeitgebern zu erkennen, wie du zu ihrem Team beitragen kannst.
Wichtig ist, eine Verbindung zur Unternehmensphilosophie und zur Stellenbeschreibung herzustellen und dabei sowohl deine Eignung als auch deine einzigartigen Qualitäten zu zeigen.
Wie gestaltest du also deine Geschichte?
- Wähle eine relevante Erfahrung aus: Denk an eine Erfahrung aus dem Beruf oder Privatleben, die deine Fähigkeiten oder deine Problemlösungskompetenz unterstreicht. Achte darauf, dass sie einen Bezug zu der Stelle hat, auf die du dich bewirbst.
- Schaffe den Kontext: Beschreibe kurz die Situation. Vor welcher Herausforderung oder Chance standest du?
- Heb deine Handlungen hervor: Erkläre, was du getan hast und wie du mit der Situation umgegangen bist. Konzentriere dich auf die Fähigkeiten oder Eigenschaften, die du dabei eingesetzt hast.
- Erzähle vom Ergebnis: Erwähne die positiven Ergebnisse deiner Handlungen. Hast du ein Ziel erreicht, einen Prozess verbessert oder eine wertvolle Lektion gelernt?
- Begeistere deinen Leser: Verwende eine klare, mitreißende Sprache, um den Leser in den Bann zu ziehen. Fasse dich kurz, um seine Aufmerksamkeit zu halten, aber achte darauf, dass deine Persönlichkeit durchscheint.
Beispiel für Storytelling in einem Anschreiben
Letztes Jahr stand ich vor einer Herausforderung, als das Engagement unserer Marke in den sozialen Medien stagnierte. Um dem entgegenzuwirken, habe ich eine Kampagne ins Leben gerufen, bei der Kundenstimmen im Mittelpunkt standen. Indem wir den Werdegang eines lokalen Künstlers mit unseren Produkten in den Vordergrund stellten, haben wir eine tiefe Verbindung zu unserem Publikum aufgebaut. Dieser Ansatz führte innerhalb von drei Monaten zu einem Anstieg des Engagements um 50 % und einem Umsatzplus von 20 %. Diese Erfahrung hat die Wirksamkeit von Storytelling im Marketing unterstrichen, und ich freue mich darauf, diese Strategie bei [Firmenname] umzusetzen.
Indem du eine kurze Geschichte in dein Anschreiben einfließen lässt, baust du eine Verbindung zum Arbeitgeber auf. Du bist nicht nur eine Liste von Fähigkeiten – du bist jemand, den sie sich in ihrem Team vorstellen können!
So gestaltest du ein Anschreiben
Die richtige Formatierung ist ein wichtiger Teil jeder erfolgreichen Bewerbung. Auch wenn der Inhalt deines Anschreibens am wichtigsten ist, spielt auch das Erscheinungsbild eine Rolle. Ein gut formatiertes Anschreiben ist für Personalverantwortliche leichter zu lesen und kann dazu beitragen, dass es von Bewerbermanagementsystemen (ATS) ordnungsgemäß gescannt wird, anstatt im Papierkorb zu landen.
Hier sind die wichtigsten Formatierungsregeln, die du beachten solltest:
- Länge. Strebe 250–300 Wörter an, damit dein Anschreiben gut auf eine Seite passt. So bleibt deine Botschaft klar und auf den Punkt gebracht.
- Struktur. Gliedere dein Anschreiben in drei bis vier Absätze: Beginne mit einer Einleitung, führe anschließend deine relevantesten Erfahrungen und Fähigkeiten an und schließe mit einem überzeugenden Schluss ab.
- Schriftart und -größe. Halte dich an klassische Schriftarten wie Arial, Calibri oder Times New Roman und wähle eine Schriftgröße zwischen 10,5 und 12, damit der Text gut lesbar ist.
- Ränder. Verwende Ränder von 1 bis 1,5 Zoll, damit dein Text genug Freiraum hat und die Seite übersichtlich bleibt.
- Einheitliches Design. Achte darauf, dass dein Anschreiben und dein Lebenslauf ein einheitliches Design haben. Verwende dieselbe Kopfzeile, Schriftart, dasselbe Layout und dieselben Farben, um deine Liebe zum Detail zu zeigen.
So machst du dein Anschreiben ATS-freundlich
Viele Unternehmen nutzen ATS (Applicant Tracking Systems), um Lebensläufe und Anschreiben zu scannen, bevor sie einen Personalverantwortlichen erreichen. Auch wenn die genaue Konfiguration variieren kann, gibt es dennoch ein paar Regeln, die es sich immer lohnt zu befolgen.
ATS achtet in der Regel auf zwei Dinge: wie gut lesbar dein Anschreiben ist und wie gut sein Inhalt zur Stellenanzeige passt. Dazu gehören sowohl das Layout deines Anschreibens als auch die darin verwendeten Schlüsselwörter.
Hier sind einige praktische Tipps, damit dein Anschreiben ATS-freundlich bleibt:
- Kontaktdaten. Füge deine Kontaktdaten und die Angaben des Arbeitgebers ganz oben ein. Vermeide es jedoch, deine Kontaktdaten in die Kopf- oder Fußzeile zu setzen, da ATS diese Bereiche möglicherweise nicht richtig ausliest.
- Ausrichtung. Halte dich an ein einspaltiges Layout. ATS haben oft Probleme mit zweispaltigen Formatierungen.
- Vermeide auffällige Elemente. Verzichte auf Bilder, Grafiken, Textfelder oder andere dekorative Elemente. Sie können dein Anschreiben überladen und werden vom ATS möglicherweise gar nicht gelesen.
- Setze Schlüsselwörter bewusst ein. Baue Schlüsselwörter aus der Stellenbeschreibung auf natürliche Weise ein, um den ATS-Kriterien zu entsprechen und deine relevanten Fähigkeiten hervorzuheben.
- Vermeide unnötigen Fachjargon. Verwende eine klare, einfache Sprache, damit dein Anschreiben sowohl für ATS als auch für menschliche Leser leicht verständlich ist.
Um dir die Formatierung abzunehmen, kannst du eine unserer Anschreibenvorlagen nutzen.
Und wenn du vor dem Absenden noch ganz sicher gehen willst, probier unseren ATS-Lebenslauf-Checker aus, der einen echten ATS-Scan simuliert.
So schreibst du ein Anschreiben ohne Berufserfahrung
Ein Anschreiben ohne Berufserfahrung zu verfassen, mag unmöglich erscheinen, aber ob du es glaubst oder nicht: Du kannst dein Anschreiben trotzdem hervorheben. Hier erfährst du, wie du auch ohne viel Erfahrung ein herausragendes Anschreiben verfasst – egal, ob du gerade deinen Abschluss gemacht hast oder kurz vor dem Einstieg in einen neuen Job stehst:
- Konzentriere dich auf übertragbare Fähigkeiten: Hebe Fähigkeiten hervor, die du in jeden Job einbringen kannst, wie Kommunikation, Organisation oder Teamarbeit. Denk an Schulprojekte oder ehrenamtliche Tätigkeiten, bei denen du diese Fähigkeiten eingesetzt hast. Erwähne zum Beispiel, wie du durch die Leitung eines Schulprojekts gelernt hast, Aufgaben zu organisieren und ein Team zu motivieren.
- Zeige Begeisterung und Lernbereitschaft: Bringe deine Begeisterung für die Stelle zum Ausdruck und deine Bereitschaft, dich voll einzubringen und weiterzuentwickeln. Arbeitgeber lieben Bewerber, die Energie und eine „Das schaffe ich!“-Einstellung mitbringen.
- Nutze deine Ausbildung und außerschulische Aktivitäten: Sprich über Studienfächer oder Vereine, durch die du wertvolle Fähigkeiten erworben hast. Stelle einen Bezug zwischen diesen Erfahrungen und den Anforderungen der Stelle her.
- Heb deine Soft Skills hervor: Soft Skills wie Anpassungsfähigkeit, Problemlösungskompetenz und Teamarbeit sind Gold wert. Erwähne Situationen, in denen du diese in die Praxis umgesetzt hast.
- Passe dein Anschreiben individuell an: Passe dein Anschreiben an, indem du Schlüsselwörter aus der Stellenanzeige verwendest. Das zeigt, dass du dich gut vorbereitet hast und weißt, wonach gesucht wird. Wenn in der Anzeige beispielsweise „Zusammenarbeit“ betont wird, erwähne, wie du in einer Gruppe effektiv zusammengearbeitet hast.
- Verwende ein professionelles Format: Auch ohne Berufserfahrung zeigt ein ordentliches und übersichtliches Anschreiben, dass du es ernst meinst. Halte es klar und prägnant.
Denk daran: Jeder fängt mal an. Deine Begeisterung, dein Potenzial und deine Lernbereitschaft können einen großen Eindruck hinterlassen – auch ohne Berufserfahrung.

Tipps zum Versenden eines Anschreibens per E-Mail
Sobald dein Anschreiben fertig ist, ist es Zeit, es abzuschicken. Aber bevor du das tust, achte darauf, Fehler zu vermeiden, die deine Bewerbung zunichte machen könnten. Hier sind einige Tipps, wie du dein Anschreiben richtig per E-Mail verschickst:
- Befolge die Bewerbungshinweise: Lies die Stellenanzeige sorgfältig durch, besonders die Hinweise am Ende. Dort findest du den Namen und die E-Mail-Adresse des Personalverantwortlichen. Überprüfe diese Angaben noch einmal und achte darauf, ihn sowohl in deiner E-Mail als auch im Anschreiben anzusprechen.
- Wähle die richtige Betreffzeile: Formuliere eine klare Betreffzeile, in der du die Stelle nennst, auf die du dich bewirbst. So sticht deine E-Mail besser hervor.
- Verwende eine professionelle E-Mail-Adresse: Achte darauf, dass deine E-Mail-Adresse professionell ist – idealerweise sollte sie deinen vollständigen Namen enthalten. Vermeide Spitznamen oder zufällige Zahlen.
- Halte die E-Mail kurz: Sei höflich und prägnant in deiner E-Mail. Vergiss nicht zu erwähnen, dass dein Anschreiben im Anhang ist.
- Füge die richtigen Dateien bei: Vergiss nicht, dein Anschreiben und deinen Lebenslauf beizufügen. Das ist deine einzige Chance für einen guten ersten Eindruck – nutze sie!
- Speichere die Dokumente richtig: Speichere dein Anschreiben in einem leicht zu öffnenden Format wie PDF. Benenne die Datei mit deinem Namen, der Stellenbezeichnung und dem Datum, damit sie übersichtlich ist und zu deinem Lebenslauf passt.
- Bedanke dich beim Personalverantwortlichen: Bedanke dich immer beim Personalverantwortlichen für seine Zeit. Ein bisschen Höflichkeit kann viel bewirken.
- Schließe professionell ab: Beende das Anschreiben mit deinem vollständigen Namen und „Mit freundlichen Grüßen“. Halte den Ton offiziell, um einen professionellen Eindruck zu hinterlassen.

So machen es die Experten: Die besten Anschreiben-Beispiele
Manche Anschreiben inspirieren, andere zeigen, was man vermeiden sollte. Wir haben ein paar Anschreiben-Beispiele ausgewählt, die vielleicht deine Kreativität anregen oder dir sogar helfen, deinen ganz eigenen Stil zu finden.
Wir analysieren, was gut funktioniert hat und was verbessert werden könnte, damit du diese Erkenntnisse auf dein eigenes Anschreiben anwenden kannst.
Beispiel 1: Anschreiben für die Stelle als zertifizierte Hebamme
Warum funktioniert dieses Anschreiben?
- Klare Einleitung: Elsa bringt ihr Interesse an der Stelle deutlich zum Ausdruck und erwähnt den Namen des Krankenhauses. Das ist großartig, da es Detailgenauigkeit und eine persönliche Ansprache zeigt.
- Relevante Qualifikationen: Sie hebt ihre Zertifizierung und ihre über zehnjährige Erfahrung hervor und stellt so einen direkten Bezug zwischen ihren Qualifikationen und der Stelle her.
- Patientenorientierter Fokus: Die Betonung eines patientenorientierten Ansatzes zeigt ihr Engagement für eine hochwertige Versorgung, was in Berufen im Gesundheitswesen entscheidend ist.
- Professioneller Ton: Das Anschreiben behält durchgehend einen professionellen Ton bei, was für eine Stelle im Gesundheitswesen unerlässlich ist.
Was könnte verbessert werden?
- Fehlende konkrete Erfolge: Die Bewerberin erwähnt zwar ihre Fähigkeiten, doch im Anschreiben fehlen konkrete Beispiele oder Erfolge, die ihre Wirkung oder ihren Beitrag quantifizieren. Zahlen sind entscheidend.
- Keine persönliche Verbindung: Das Anschreiben geht nicht auf eine persönliche Verbindung oder einen konkreten Grund ein, warum sie im Saint Mary Hospital arbeiten möchte, und verpasst so die Gelegenheit, echtes Interesse zu zeigen.
- Abschlussabsatz: Der Abschluss könnte überzeugender sein, wenn sie noch einmal konkret hervorhebt, inwiefern ihre Fachkenntnisse den Anforderungen des Krankenhauses entsprechen – das würde ihre Bewerbung einprägsamer machen.
Beispiel 2: Anschreiben für die Stelle als Softwareentwickler
Warum funktioniert dieses Anschreiben?
- Einschlägige Erfahrung: Die Bewerberin beschreibt klar ihre 8-jährige Erfahrung in den Bereichen DSP und Softwareentwicklung und hebt dabei ihre Qualifikationen für die Stelle hervor.
- Technische Fähigkeiten: Das Anschreiben hebt Mias Kenntnisse in wichtigen Programmiersprachen und Tools hervor und unterstreicht so ihre technische Kompetenz.
- Kontinuierliches Lernen: Mias Fokus darauf, bei neuen DSP-Technologien immer auf dem neuesten Stand zu bleiben, spiegelt einfach ihr Engagement für berufliche Weiterentwicklung und Innovation wider.
Was könnte verbessert werden?
- Zu lang und zu detailliert: Das Anschreiben ist nicht besonders prägnant, was es für vielbeschäftigte Personalverantwortliche weniger ansprechend machen könnte.
- Fehlende Zahlen: Mia erwähnt zwar erfolgreiche Projekte, liefert aber keine quantifizierbaren Ergebnisse, die ihre Leistung verdeutlichen.
Beispiel 3: Anschreiben für die Stelle als Marketing-Praktikant
Warum funktioniert dieses Anschreiben?
- Klare Motivation: Alice bringt großes Interesse am Unternehmen und an der Stelle zum Ausdruck. Das zeugt zweifellos von echter Begeisterung und Übereinstimmung mit den Zielen von Blizzard Entertainment.
- Relevanter akademischer Hintergrund: Ihr Studium im Bereich Internationales Marketing bietet eine solide Grundlage und zeigt, dass ihre Ausbildung für die Stelle relevant ist.
- Praktische Erfahrung: Alice hebt ihr Praktikum bei Hulu hervor und erwähnt konkrete Beiträge wie die Steigerung der Instagram-Follower, was ihre Wirkung und Effektivität unterstreicht.
- Sprach- und Softwarekenntnisse: Die Hervorhebung ihrer Mehrsprachigkeit und ihrer Vertrautheit mit Marketing-Software rundet ihr Kompetenzprofil ab.
Was könnte verbessert werden?
- Vage Einleitung: Der Einstieg könnte konkreter sein, indem sie ihn mit Details darüber personalisiert, warum sie das Unternehmen über seinen Ruf hinaus schätzt.
- Außerschulische Aktivitäten nur allgemein erwähnt: Auch wenn das Engagement in verschiedenen Aktivitäten gut ist, wäre es wirkungsvoller, den Fokus stärker auf relevante, marketingbezogene Aktivitäten zu legen.
Das Wichtigste auf einen Blick: Was ist ein Anschreiben und wie schreibt man eines?
- Zweck des Anschreibens: Zeige, warum du perfekt zur Stelle passt, und lass deine Persönlichkeit über den Lebenslauf hinaus strahlen.
- Halte es prägnant: Strebe 250–300 Wörter an. Bleib fokussiert und direkt, um schnell Aufmerksamkeit zu erregen.
- Verschiedene Arten: Mach dich mit den verschiedenen Arten von Anschreiben vertraut – Bewerbung, Empfehlung, Networking, Akquise und Berufswechsel –, um deinen Ansatz individuell anzupassen.
- ATS-Hinweis: Gestalte es sowohl für menschliche Leser als auch für ATS, indem du eine klare Sprache und relevante Schlüsselwörter verwendest.
- Einheitliche Formatierung: Passe das Design deines Anschreibens an deinen Lebenslauf an – verwende dieselbe Schriftart und dasselbe Layout für einen einheitlichen, professionellen Eindruck.
- Storytelling kann ein guter Ansatz sein: Beim Storytelling im beruflichen Kontext geht es darum, deine Erfahrungen oder Erfolge in anschauliche Geschichten zu verwandeln, die bei Personalverantwortlichen emotional ankommen.
- Keine Berufserfahrung? Kein Problem: Hebe übertragbare Fähigkeiten hervor, zeige Begeisterung und nutze deine Ausbildungserfahrungen, um Eindruck zu hinterlassen.
-
Tipps für E-Mails: Wenn du dein Anschreiben per E-Mail verschickst, wähle eine klare Betreffzeile, hänge das Anschreiben im PDF-Format an und achte auf einen professionellen Ton in der E-Mail.