Ach, das gefürchtete Anschreiben. Jobsuchende hassen es, Anschreiben zu schreiben, und niemand weiß, ob Anschreiben überhaupt noch gelesen werden.
Und doch wäre es ein großer Fehler, deiner Bewerbung kein Anschreiben beizufügen.
Ihr Lebenslauf listet Fakten auf. Ein Anschreiben gibt diesen Fakten Bedeutung. Es hilft Ihnen, die Zusammenhänge herzustellen: warum Sie gut zu dieser Stelle passen, warum Sie diese Stelle wollen und wie Sie sich einbringen werden – und genau das ist es, was Sie von den anderen Bewerbern unterscheidet.
Die ganze Negativität, die das Anschreiben umgibt, kommt wahrscheinlich daher, dass gute Anschreiben ein bisschen Alchemie erfordern.
Dieser Leitfaden führt dich Schritt für Schritt durch das Verfassen eines Anschreibens – von der Struktur und Formatierung bis hin zur individuellen Anpassung und konkreten Beispielen. Du erfährst auch, worauf Personalvermittler achten (und was sie davon abhält, weiterzulesen).
Generell solltest du dein Anschreiben so gestalten, dass es
- für den Personalverantwortlichen leicht lesbar sein sollte;
- gut strukturiert sein;
- frei von Tippfehlern sein
- maximal 4 Absätze/1 Seite lang sein;
- sowohl im Ton als auch in der Anrede professionell sein;
- auf die jeweilige Stelle zugeschnitten.
Los geht's!
Warum solltest du ein Anschreiben schreiben?
Also, warum genau ist das Anschreiben wichtig für deine Bewerbung?
Manche sagen, dass Anschreiben im Jahr 2026 nicht mehr wirklich wichtig sind. Du hast bestimmt schon gehört, dass sie als Relikt der Vergangenheit abgetan werden, das niemand mehr liest.
Nun, ganz so ist es nicht – zumindest laut den Daten:
- 77 % der Personalvermittler bevorzugen Bewerber, die ein Anschreiben geschickt haben, auch wenn das nicht unbedingt nötig ist.
- 83 % der Personalverantwortlichen lesen die meisten Anschreiben, die sie bekommen.
- Nur 6 % der Personalverantwortlichen denken, dass ein Anschreiben für eine Bewerbung unnötig ist.
Eins ist sicher: Das Schicken eines Anschreibens schadet deinen Chancen nicht, sondern kann sie sogar erheblich verbessern.
Auch wenn dein Anschreiben in einem Stapel von Bewerbungen vielleicht übersehen wird, ist es doch viel wahrscheinlicher, dass es dir hilft, dich von der Konkurrenz abzuheben.
Warum? Ganz einfach, weil es zeigt, dass du bereit bist, einen Schritt weiter zu gehen.
Und es gibt noch mehr Gründe dafür.

Einige der wichtigsten Vorteile des Anschreibens sind:
- Es ist viel weniger strukturiert als der Lebenslauf und gibt dir die Möglichkeit, eine Geschichte zu erzählen.
- Es gibt dir Raum, ein bisschen kreativer zu sein.
- Dank ihm kann deine Persönlichkeit zum Vorschein kommen.
- Du kannst wichtige Erfolge, die du in deinem Lebenslauf erwähnt hast, näher ausführen.
- Es hilft dir, mangelnde Erfahrung, einen Karrierewechsel oder eine Beschäftigungslücke zu erklären.
Mit anderen Worten: Das Anschreiben ist eine perfekte Gelegenheit, schon vor dem eigentlichen Vorstellungsgespräch eine Brücke zwischen dir und dem Personalverantwortlichen zu schlagen.
Wie lesen Personalvermittler Anschreiben?
Zuerst lesen sie sie, um zu entscheiden, ob du für eine Stelle geeignet bist. Vermeide daher auf jeden Fall allgemeine Formulierungen. Personalverantwortliche möchten gerne ein kurzes, überzeugendes Argument dafür sehen, warum du für die Stelle und das Unternehmen geeignet bist. Etwa so:
Gutes Beispiel für ein Anschreiben
„Ich habe mich sehr gefreut, als meine ehemalige Vorgesetzte Jane Anne mir von dieser Stellenausschreibung erzählt hat. Wir haben über die Jahre an vielen Projekten zusammengearbeitet und sie dachte, dass ich perfekt für diese Stelle geeignet wäre.“
Zweitens achten Personalvermittler auf Unstimmigkeiten. Wenn dein Lebenslauf zum Beispiel zeigt, dass du detailorientiert bist, dein Anschreiben aber an die falsche Person oder das falsche Unternehmen adressiert ist und voller Tippfehler ist, ist das inkonsequent. Du solltest darauf achten, dass die Anzahl der Unstimmigkeiten so gering wie möglich ist.
Drittens versuchen sie, einen Eindruck von deiner Persönlichkeit zu bekommen. Die kulturelle Passung ist für viele Unternehmen wichtig.
Deshalb solltest du beim Schreiben deines Anschreibens immer den Personalverantwortlichen im Hinterkopf behalten, der dein Anschreiben lesen wird.
Denn letztendlich sollte es in einem guten Anschreiben nicht nur um dich gehen – es sollte mit Blick auf den Personalverantwortlichen geschrieben werden.
Frag dich also:
- Ist mein Anschreiben leicht zu lesen?
- Habe ich mich in der Einleitung an die richtige Person gewandt?
- Hilft es ihm bei der Entscheidung, ob ich der richtige Kandidat bin?
- Habe ich den richtigen Ton getroffen, der zur Unternehmenskultur passt?
Wenn du eine dieser Fragen mit „Nein” beantwortet hast, ist unser Leitfaden für Anschreiben genau das Richtige für dich.
Wie du in 9 einfachen Schritten ein tolles Anschreiben schreibst
Das Schreiben eines Anschreibens mag zunächst wie eine schwierige Aufgabe erscheinen, aber wenn du ein paar wichtige Regeln kennst, kann der Prozess viel einfacher werden.
- Bereite dich vor und recherchiere ein bisschen.
Bevor du mit dem Schreiben deines Anschreibens beginnst, informiere dich über das Unternehmen, bei dem du dich bewirbst. Schau dir die Website und das LinkedIn-Profil an. Zu den Recherchen gehört auch, dass du dir die Stellenbeschreibung genau ansiehst und wiederkehrende Schlüsselwörter identifizierst. Suche außerdem online nach konkreten Beispielen für Anschreiben für diese Position.
- Füge eine Kopfzeile mit grundlegenden Infos ein.
Ganz am Anfang deines Anschreibens steht die Kopfzeile, in der du deine Kontaktdaten (also deinen vollständigen Namen, deine E-Mail-Adresse und deine Telefonnummer) und die Kontaktdaten des Unternehmens (also den Namen des Vorgesetzten oder Personalverantwortlichen, die Berufsbezeichnung, die Abteilung, den Namen des Unternehmens und die Adresse des Unternehmens) angibst.
- Schreib eine aussagekräftige Überschrift für dein Anschreiben.
Wenn du dir unsicher bist, versuch es mit dieser Formel: Zahl oder Triggerwort + Adjektiv + Schlüsselwort + Versprechen. Das Ergebnis könnte etwa so aussehen: 5 Möglichkeiten, wie ich Ihnen helfen kann, [ein berufsbezogenes Schlüsselwort einfügen] in Ihrem Unternehmen zu verbessern
- Verwende die richtige Anrede.
Wenn der Name des Personalverantwortlichen nicht in der Stellenanzeige angegeben ist, such seinen Namen und seine Kontaktdaten online. Schau zum Beispiel auf der Unternehmensseite oder auf LinkedIn nach. Begrüße ihn dann mit „Sehr geehrter [Vorname]“. Wenn die Unternehmenskultur jedoch sehr formell ist, verwende die klassische Anrede„Sehr geehrter Personalverantwortlicher“.
- Erster Absatz: Stell dich mit einem KNALL vor!
Der erste Absatz ist der perfekte Ort, um kurz zu erklären, warum dich die Stelle reizt und warum du die richtige Person dafür bist. Du kannst auch ein Kompliment an das Unternehmen machen oder einen gemeinsamen Bekannten nennen, der dich empfohlen hat.
-
Zweiter Absatz: Erkläre, warum du super zum Unternehmen passt.
Versuch, diese Fragen zu beantworten:
1. Was hast du in deiner letzten Position gemacht, das dir relevante Erfahrungen gebracht hat?
2. Wie könnte diese Erfahrung dem neuen Unternehmen helfen, zu wachsen?
3. Welche der Projekte, an denen du gearbeitet hast, würden dem Unternehmen zugutekommen?
4. Welche deiner Fähigkeiten machen dich für die Position besonders geeignet?
5. Gibt dir eine dieser Fähigkeiten einen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern? -
Dritter Absatz: Erkläre, warum das Unternehmen super zu dir passt.
Die folgenden Fragen können dir dabei helfen:Was reizt dich an der Vorstellung, in diesem Unternehmen zu arbeiten? Inwiefern stimmen die Unternehmensziele mit deinen eigenen überein? Was erhoffst du dir von der Arbeit in diesem Unternehmen und was möchtest du dort lernen? -
Abschließender Absatz: Beende dein Anschreibenmit einer starken Aussage und bleib in Kontakt.
Im abschließenden Absatz deines Anschreibens solltest du noch mal betonen, dass deine Erfahrung und deine Begeisterung dich zu einem super Kandidaten machen, eine selbstbewusste Aufforderung zum Handeln hinzufügen, dich bedanken und immer eine formelle Verabschiedung verwenden. -
Wie verschickst du ein Anschreiben?
Du kannst das Anschreiben entweder als separates Dokument an die E-Mail mit deinem Lebenslauf anhängen oder es direkt im Text der E-Mail senden (so kann es nicht übersehen werden).
In den folgenden Kapiteln schauen wir uns jeden Schritt genauer an und geben dir konkrete Beispiele, die du kopieren und einfügen kannst.
Schritt 1: Vorbereiten und recherchieren
Wissen ist Macht. Bevor du mit dem Schreiben beginnst:
- Informier dich über das Unternehmen und die Stelle, auf die du dich bewirbst. Verbring etwas Zeit auf der Website des Unternehmens, in den Twitter-Feeds der Führungskräfte und in den Mitarbeiterprofilen auf LinkedIn. Das hilft dir auch dabei, den Ton deines Anschreibens festzulegen. Bei einem Unternehmen wie Kickresume kannst du beispielsweise problemlos ungewöhnlichere Ansätze wählen. Bei einer konservativen Institution wie einer Bank oder einer Anwaltskanzlei solltest du dich jedoch eher formell ausdrücken.
- Such nach konkreten Anschreiben-Beispiele für deine Position. Such dir ein paar Beispiele aus, die zu deiner Stelle passen, und lass dich davon inspirieren. (Übrigens, über den Link oben gelangst du zu unserer Datenbank mit erfolgreichen Anschreiben von echten Leuten, die eingestellt wurden. Das lohnt sich auf jeden Fall.)
- Schau dir die Stellenbeschreibungen der Positionen an, auf die du dich bewirbst. Identifiziere wichtige Stichworte zu Erfahrungen und Hard Skills, damit du sie an den entsprechenden Stellen in dein Anschreiben einfügen kannst.
Sobald du diese grundlegenden Recherchen durchgeführt hast, kannst du endlich über die Struktur deines Anschreibens nachdenken.
Diese kurze Infografik zeigt dir, dass das Verfassen eines Anschreibens viel einfacher ist, als du vielleicht gedacht hast:

Schritt 2: Füge eine Kopfzeile mit grundlegenden Infos ein
Die Kopfzeile steht ganz am Anfang deines Anschreibens und ist der Ort, an dem du deine Kontaktdaten und die Kontaktdaten des Unternehmens angeben solltest .
Ein Anschreiben ist schließlich immer noch ein Brief.
Gib auf der linken Seite der Seite die Infos an, über die der Personalverantwortliche dich erreichen kann.
Achte darauf, dass du Folgendes angibst:
- deinen vollständigen Namen
- deine E-Mail-Adresse
- deine Telefonnummer
Optional kannst du auch Folgendes hinzufügen:
- deinen Beruf
- deine Adresse (wenn sie ungefähr mit dem Standort der Stellenanzeige übereinstimmt)
- das aktuelle Datum
- deine persönliche Website/LinkedIn
Der obere rechte Bereich der Seite ist für Infos zum Unternehmen reserviert. Hier solltest du Folgendes angeben:
- den Namen des Vorgesetzten oder Personalverantwortlichen (falls verfügbar)
- die Berufsbezeichnung
- Abteilung
- den Namen des Unternehmens
- die Adresse des Unternehmens
Schritt 3: Schreib eine aussagekräftige Überschrift für dein Anschreiben
Welche Artikel fallen dir beim Surfen im Internet normalerweise besonders ins Auge? Natürlich diejenigen mit einer aussagekräftigen Überschrift!
Das Gleiche gilt für Überschriften in Anschreiben.
Achte zunächst einmal auf die Überschriften in deiner Umgebung – insbesondere in Boulevardzeitungen und auf Websites wie Buzzfeed (Gibt es Buzzfeed überhaupt noch? Wie typisch für mich, so 2010). Diese sind in der Regel so gestaltet, dass sie dein Interesse wecken und es unmöglich machen, nicht darauf zu klicken.
Achte darauf, wie sie Zahlen, Fragen und interessante Adjektive verwenden, um dem Leser etwas Wertvolles zu versprechen .
Das kannst du auch in deinem Anschreiben machen.
Wenn du unsicher bist, versuch es mit dieser Formel: Zahl oder Auslösewort + Adjektiv + Schlüsselwort + Versprechen.
Das Ergebnis könnte etwa so aussehen:
Beispiel für eine aussagekräftige Überschrift in einem Anschreiben
- 3 Gründe, warum ich perfekt für die Stelle [Stellenbezeichnung] geeignet bin
- Suchst du noch jemanden für die Stelle [Stellenbezeichnung]? Hier sind die Gründe, warum ich glaube, dass ich genau der Richtige für dich bin
- 5 Möglichkeiten, wie ich dir helfen kann, [Stichwort in Bezug auf die Stelle einfügen] in deinem Unternehmen zu verbessern
Vergiss nicht, deine Überschrift an den Formalitätsgrad des Unternehmens anzupassen und deine Überschrift in die Betreffzeile der E-Mail zu setzen.
Schritt 4: Verwende die richtige Anrede
Heutzutage gibt es keine Entschuldigung mehr dafür, „Sehr geehrte Damen und Herren“ zu schreiben.
Wenn der Name des Personalverantwortlichen nicht in der Stellenanzeige steht, solltest du seinen Namen und seine Kontaktdaten online recherchieren. Schau zum Beispiel auf der Unternehmensseite oder auf LinkedIn nach .
Sobald du den Namen hast, kannst du eine personalisierte Anrede verwenden:
Beispiel für eine korrekte Form einer persönlichen Anrede
„Sehr geehrte/r [Vorname]“ oder „Sehr geehrte/r Herr/Frau [Nachname]“
Anreden (z. B. Herr, Frau, Fräulein) sind passender, wenn die Unternehmenskultur eher formell ist.
Und wenn du den Namen des Personalverantwortlichen nicht finden kannst, ist es okay, eine allgemeine Anrede zu verwenden:
Alternativ kannst du den Brief auch an das gesamte Unternehmensteam oder die Personalabteilung adressieren. In diesem Fall sollte deine Anrede wie folgt aussehen:
Beispiel für eine korrekte Form einer persönlichen Anrede
„Sehr geehrte Damen und Herren [Name des Unternehmens/der Abteilung]“ oder „Sehr geehrte Personalabteilung“
Schritt 5: Erster Absatz: Stell dich mit einem KNALL vor!
Am besten startest du dein Anschreiben mit einem starken Auftakt. Der erste Eindruck ist entscheidend, und vielbeschäftigte Personalvermittler haben oft nur die Möglichkeit, sich eingehend mit einigen ausgewählten Anschreiben zu befassen.
Wenn du also deinen ersten Absatz spannend gestaltest, stehen die Chancen gut, dass dein Anschreiben zu den wenigen gehört, die tatsächlich gelesen werden.
Der erste Absatz ist der perfekte Ort, um kurz zu erklären, warum dich die Stelle reizt und warum du die richtige Person dafür bist.
Die meisten Leute beginnen ihre Anschreiben mit „Ich bewerbe mich für die Stelle X, die ich in Y gesehen habe“, aber das ist reine Platzverschwendung.
Beginne stattdessen mit einem Satz wie diesem:
Beispiel für einen ersten Absatz mit einem starken Einstieg
„Ich bin Content-Marketing-Profi mit mehr als 5 Jahren Erfahrung und würde meine Fähigkeiten und meine Leidenschaft gerne in dein Team einbringen.“
Im ersten Absatz kannst du außerdem:
- Lob für das Unternehmen aussprechen. Zeig, dass du Details über das Unternehmen kennst und dich aus einem bestimmten Grund daran wendest. Zeig zum Beispiel deine Wertschätzung für das, was das Unternehmen tut. Das schmeichelt nicht nur dem Unternehmen, sondern gibt ihm auch einen Einblick in deine Persönlichkeit.
- Nenne, wenn möglich, einen gemeinsamen Bekannten. Dies wird manchmal als „Wundermittel“ bezeichnet, da es das Einzige ist, was sicherstellt, dass der Personalverantwortliche dein Anschreiben bis zum Ende liest.
Beschränk die Einleitung aber auf 1–3 Sätze. Hier solltest du noch nicht ins Detail gehen, warum du perfekt für die Stelle bist – spar dir das für den zweiten und dritten Absatz auf.
Schritt 6: Zweiter Absatz: Erkläre, warum du gut zum Unternehmen passt
Im zweiten Absatz solltest du dich und deine Erfahrungen verkaufen.
Schreib hier eine kurze Zusammenfassung deiner Karriere, deiner Fähigkeiten und deiner Leistungen, die auf die Anforderungen des Unternehmens zugeschnitten ist.
Du hast bereits deine Recherchen durchgeführt, also ist es jetzt an der Zeit, dir folgende Fragen zu stellen und zu versuchen, sie in deinem Anschreiben zu beantworten:
- Was hast du in deiner letzten Position gemacht, das dir relevante Erfahrungen gebracht hat?
- Wie könnte diese Erfahrung dem neuen Unternehmen helfen, zu wachsen?
- Welche der Projekte, an denen du gearbeitet hast, würden dem Unternehmen zugutekommen?
- Welche deiner Fähigkeiten machen dich für die Stelle besonders geeignet?
- Hast du mit einer dieser Fähigkeiten einen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern?
Nachdem du die relevantesten Leistungen ausgewählt hast, stell sie an den Anfang deines Anschreibens.
Vermeide es aber, dabei so zu klingen, als würdest du prahlen. Am besten konzentrierst du dich dabei auf deine Erfahrungen und nicht auf dich selbst. Im Idealfall untermauerst du deine Aussagen mit konkreten Beispielen.
Erwähne auch alle weiteren relevanten Hard Skills oder Wissensbereiche, die das Unternehmen sucht, sowie alle Qualifikationen.
Der zweite Absatz ist schließlich der perfekte Ort, um zu zeigen, dass du dich gut informiert hast. Zeig, dass du mit einigen der Herausforderungen, denen das Unternehmen gegenübersteht, vertraut bist, und stell dar, wie du ihnen helfen kannst.
Schritt 7: Dritter Absatz: Erkläre, warum das Unternehmen gut zu dir passt
In diesem Absatz solltest du zeigen, dass du es ernst meinst mit deiner Karriere in diesem neuen Unternehmen. Gute Unternehmen wollen wissen, warum sie dich ansprechen und wie eure berufliche Beziehung für beide Seiten von Vorteil sein wird.
Beantworte dazu die folgenden Fragen:
- Was reizt dich an der Vorstellung, bei diesem Unternehmen zu arbeiten?
- Inwiefern stimmen die Unternehmensziele mit deinen eigenen überein?
- Was erhoffst du dir von der Arbeit dort und was möchtest du lernen?
Du könntest zum Beispiel so was sagen: „Ich hab auf eurer Website gesehen, dass ihr euch stark auf Kryptowährungsprojekte konzentriert. Als Kryptowährungs-Fan würde ich super gerne Teil eures Teams werden.“
Übertreib es aber nicht mit Schmeicheleien und bleib professionell.
Sag auch nichts, was nicht stimmt oder was du nicht ernst meinst, da es wahrscheinlich in späteren Phasen des Bewerbungsprozesses noch mal zur Sprache kommen wird.
Schritt 8: Schlussabsatz: Beende dein Anschreiben stark und bleib in Kontakt
Nachdem du den Hauptteil deines Anschreibens gemeistert hast, solltest du auch einen starken Schluss finden. So wird sich der Personalverantwortliche positiv an dich erinnern. Aber wie erreichst du das?
- Betone noch einmal, dass deine Erfahrung und deine Begeisterung dich zu einem großartigen Kandidaten machen. Damit unterstreichst du die beiden Hauptpunkte aus den vorherigen Absätzen. Mach das in ein oder zwei Sätzen, nicht mehr.
- Füge einen selbstbewussten Aufruf zum Handeln hinzu. In ein oder zwei Sätzen solltest du die nächsten Schritte vorschlagen. Etwa so:„Ich würde mich sehr über die Gelegenheit freuen, mich mit dir zu treffen und zu besprechen, welchen Mehrwert ich für [Unternehmen] bieten kann.“
- Bedank dich. Sag einfach Danke für die Zeit, die man sich genommen hat, und dafür, dass man deine Bewerbung berücksichtigt hat.
- Benutz immer eine formelle Grußformel. Etwa: „Mit freundlichen Grüßen“, „Beste Grüße“ oder „Hochachtungsvoll“. Beende das Anschreiben mit deinem vollständigen Namen.
Schritt 9: Wie verschickst du ein Anschreiben?
Ich kann das nicht genug betonen: Wenn es nicht ausdrücklich verlangt wird, das Anschreiben an die E-Mail anzuhängen, solltest du es nicht als Dokument an deine E-Mail anhängen.
Schreib es stattdessen in den Text der E-Mail. Die E-Mail selbst ist jetzt dein Anschreiben! So wird der Personalverantwortliche es nicht übersehen.
Denk aber daran, dass Personalverantwortliche täglich Hunderte von E-Mails erhalten. Wenn du also möchtest, dass deine E-Mail gelesen wird, spielt die Betreffzeile wahrscheinlich die wichtigste Rolle.
Wie wir schon gesagt haben: Wenn du eine gute Überschrift für deinen Lebenslauf hast, schreib sie einfach in die Betreffzeile der E-Mail.
Wenn du mit dem Ergebnis aber nicht zufrieden bist, hast du auch andere Möglichkeiten.
Wenn du zum Beispiel eine Referenz hast, kannst du diese in die Betreffzeile deiner E-Mail einfügen:
Beispiel für eine Referenz in der Betreffzeile
Empfehlung von Jose Nachos: Pedro Tacos, Bewerber für die Stelle als Senior Software Analyst
Wenn du keine Empfehlung oder keine eingängige Überschrift hast, findest du hier weitere Tipps, wie du die beste Betreffzeile für deine E-Mail verfassen kannst.
Was ist, wenn du aufgefordert wirst, KEIN Anschreiben einzureichen?
Heutzutage nutzen viele Unternehmen Online-Bewerbungssysteme, die Bewerber davon abhalten, ein Anschreiben beizufügen.
Stattdessen haben sie ihre eigenen Bewerbungssysteme, in denen du in verschiedenen Abschnitten die Infos eingeben musst, die du normalerweise in deinem Anschreiben angeben würdest.
In diesem Fall solltest du einfach das vorgegebene Format verwenden.
Mit anderen Worten: Gib die gleichen Infos an, die du normalerweise in deinem Anschreiben haben würdest, aber platziere sie in den richtigen Abschnitten.
Und vergiss nicht, die Grundsätze für Anschreiben zu beachten:
- Erkläre, warum du der richtige Kandidat bist.
- mach deutlich, dass du dich gut über das Unternehmen informiert hast;
- Zeig, inwiefern du eine Bereicherung für das Unternehmen sein würdest.
- Erwähne deine größten bisherigen Erfolge.
Denn egal, wie du es machst, du solltest immer deine Fähigkeiten zeigen und deine Begeisterung für den Job rüberbringen.
Alternativ kannst du auch versuchen, online (entweder auf den Unternehmensseiten oder auf LinkedIn) einen zuständigen Manager oder Personalverantwortlichen zu finden, dem du eine kurze Folge-E-Mail mit einem beigefügten Anschreiben schicken kannst.

Abschließende Tipps und Tricks für Anschreiben
Nachdem wir nun die Grundlagen behandelt haben, gibt es noch einige weitere Tipps, die du beachten solltest, um dein Anschreiben auf die nächste Stufe zu heben:
- Halte es kurz. Beschränke dein Anschreiben auf drei bis vier Absätze und maximal eine Seite. Personalverantwortliche sind vielbeschäftigte Menschen, die oft keine Zeit haben, lange Texte zu lesen.
- Halte es übersichtlich und leserfreundlich. Schau dir an, wie dieser Artikel geschrieben ist. Er enthält kurze Absätze, fettgedruckte Sätze, Aufzählungspunkte und Zahlen. All dies erleichtert das Lesen und Suchen nach bestimmten Informationen. Schicke also niemals ein Anschreiben, das wie eine unlesbare Textwand aussieht. Der einfachste Weg, ein ansprechendes Anschreiben zu gestalten, ist die Verwendung einer vorformatierten Anschreibenvorlage.
- Riskier es nicht, witzig zu sein, wennes sich um ein Unternehmen mit einer formellen Arbeitskultur handelt. Schlecht umgesetzter Humor schadet deinen Chancen eher, als dass er ihnen hilft. Direkt und dynamisch zu sein, ist ein viel sichererer Weg, die Aufmerksamkeit des Personalverantwortlichen zu erregen, als eine Reihe von Witzen. Wenn das Unternehmen hingegen kleiner ist oder für seine kreativen Produkte bekannt ist, kann Originalität deine Chancen sogar verbessern!
- Zeig es, statt es zu sagen. Normalerweise macht es keinen Sinn zu sagen, dass du „ein zuverlässiger, fleißiger Mitarbeiter” oder „ein kreativer Denker” bist. Warum sollte jemand solchen allgemeinen Aussagen Glauben schenken? Gib stattdessen ein Beispiel dafür, wie dir diese Eigenschaften in der Vergangenheit geholfen haben, etwas zu erreichen.
- Schreib niemals zweimal denselben Brief. Ein Anschreiben sollte immer auf eine bestimmte Bewerbung zugeschnitten sein. Erinnerst du dich an die vorherigen Abschnitte? Du hast dich intensiv mit dem Unternehmen und seinen Personalverantwortlichen beschäftigt und dein Anschreiben entsprechend verfasst. Diesen Prozess musst du bei jeder Bewerbung wiederholen (ja, ich weiß, das ist mühsam).
- Überprüfe dein Anschreiben auf Tippfehler. Das versteht sich von selbst, aber stelle zu 100 % sicher, dass dein Anschreiben keine Tippfehler enthält. Es gibt keinen Grund zu glauben, dass du kompetent bist, wenn du nicht einmal fehlerfrei tippen kannst. Außerdem zeugen Tippfehler automatisch von einer fast schon kriminellen Nachlässigkeit deinerseits, da jeder Texteditor heutzutage über eine Rechtschreibprüfung verfügt.
- Verwende keine Schlagworte. Dein Anschreiben muss authentisch und überzeugend sein – und Schlagworte sind beides nicht. Wenn überhaupt, vermitteln sie nur den Eindruck, dass du jemand bist, der versucht, einem verzerrten Bild davon zu entsprechen, wie ein idealer Unternehmensmitarbeiter sein sollte. Konzentriere dich stattdessen darauf, relevante Schlüsselwörter aus der Stellenbeschreibung zu verwenden.
Wenn du noch keine Erfahrung hast, weil du gerade erst anfängst oder dich beruflich neu orientierst, kann das Verfassen eines Anschreibens beängstigend sein. Ein gut geschriebenes Anschreiben kann jedoch dein bester Freund sein.
Und so schreibst du das perfekte Anschreiben ohne Berufserfahrung.
Beispiele für Anschreiben
Letztendlich gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, ein gutes Anschreiben zu verfassen. Und selbst wenn du dich an die oben genannten Tipps hältst, wird dein Anschreiben am Ende immer dein eigenes sein.
Es hängt alles von deiner Persönlichkeit, der Stelle, auf die du dich bewirbst, und den Vorlieben des Personalverantwortlichen ab.
Und das ist eigentlich gut so!
Trotzdem kann man aus Anschreiben anderer Leute viel lernen. Deshalb haben wir fünf Anschreiben-Beispiele ausgewählt, die du dir mal anschauen solltest.
Jedes dieser Anschreiben hat echten Arbeitssuchenden geholfen, einen echten Job in einem echten Unternehmen zu finden. Sie vermitteln dir wertvolle Erkenntnisse, die du in deinem eigenen Anschreiben nutzen kannst.
1. Norwegisch – Beispiel für ein Anschreiben als Flugbegleiter
2. Volvo – Beispiel für ein Anschreiben für einen Praktikanten im Bereich maschinelles Lernen
3. Tory Burch – Beispiel für ein Anschreiben für einen Kundenbetreuer
4. Lush – Beispiel für ein Anschreiben für eine Stelle als Verkaufsmitarbeiter
5. ROMEO – Beispiel für ein Anschreiben für einen Social-Media-Beauftragten
Brauchst du noch mehr Inspiration? In unserer Anschreiben-Bibliothek findest du weitere Beispiele.
Dieser Artikel wurde kürzlich aktualisiert. Der Originalartikel wurde 2017 von Martin Poduska geschrieben.